Sir! This line! Sir!
Angekommen bin ich. 20min zu spät, da wir diese Zeit wegen einer nicht schliessenden Cargohold (das wiegt einen direkt in Sicherheit) auch später losflogen. Rausgeholt haben wir’s nicht, somit sind wr 15h statt 14h41 angekommen (oder 22h Deutsche Zeit).
Flug war toll — meinen Ticketpreis werde ich in Diet Coke getrunken haben, die’s umsonst gab und mit “Leap Year” habe ich eine schöne, unauffällige und vorhersehbare RomCom gesehen (die in Irland spielt während ich über Irland flog). Das passende Programm zum Flugort war überhaupt dabei: Als vom iPod gerade geshuffelt der Titanticsoundtrack lief, flog ich über das Packeis vor Grönland (siehe Bild, schöner beschnittene kommen noch).
Wir landeten und noch vor dem Gepäck gab’s einen grossen Raum mit vielen Leuten. Als ich gerade dabei war, zu verstehen, welche der vielen Schlangen den meine ist (wohl offensichtlich nicht die mit den 400 Leuten die so genervt kucken), hiess mich ein frisch der Vorurteils-Schublade entsprungender Sicherheitsbeamte freundlich im Land willkommen mit dem Titelgebenden, harschen “Sir! This line! Sir!” und kam wild gestikulierend auf mich zu. Amerika. Land of the Free. Der Vorurteil, die Deutschen hätten das Schlangestehen erfunden ist definitiv falsch. Von “ich verlasse das Flugzeug” zu “What are you doing in America, Martin” bei der Passkontrolle vergingen 2 komplette Stunden Schlangestehen (die sich durchaus regelmäßig vorwärtsbewegte, aber mit einer Masse an Leuten, die alle ihre Finger gescannt, Fotos genommen haben und Fragen gestellt bekommen mussten). Die Organisation war schon super, für den reinen Aufwand an jedem ging’s widerum sehr schnell und effizient. Das half Kathi und Thomas, die 100m aber hinter Sichtschutz warteten und nicht wussten, wie der Betrieb da drin war nicht. Riesige Schilder, die die Mobiltelefonnutzung verboten hielten mich auch davon ab es zu probieren — der Herr neben mir in der Schlange hat auch ein “Sir! Turn that off, Sir! Now, Sir!” abbekommen für den Versuch.
Die Kontrolle selber war an Höflichkeit und Effizienz auch kaum zu überbieten — sehr professionell, trotzdem nett gestellte Fragen und so haben von dem Ansturm an Leuten scheinbar völlig unbeindruckte Beamte mich auf amerikanischen Boden gelassen.
Nach der Passkontrolle war alles superschnell — sie haben offensichtlich auch einen Link zwischen Customs & Border Protection und der Gepäckausgabe, da meine Koffer überhaupt erst auf das Karussel kamen, als ich durch war und die Horrorvision, das die Koffer jetzt herrenlos 2 Stunden Runden fahren erfüllte sich nicht. Koffer geschnappt, einer desinteressierten Frau am Ausgang meine weisse Customs Declaration in die Hand gedrückt und da standen schon Kathi und Thomas hinter den Schlangen und fuhren mich mit Carsharing-Hybrid nach Hause.
Schultzens Zuhause, das ich die nächsten 2 Wochen mitbenutze fotografiere ich jetzt nicht mit meinem ganzen Krams drin sondern weise lieber auf deren schöne Fotoserie zum Einzug hin wo unter anderem auch der geile Ausblick dokumentiert ist, den ich hier beim Schreiben geniesse (auch wenn’s jetzt neblig ist und man hinter den Hochhäusern den See nicht mehr sieht).
Zum Internet-per-iPhone-”I’m very sorry for that miscommunication with one of our representatives”-AT&T-Debakel dann später mehr. Jetzt ist’s hier erstmal 8h morgens, ich seit ‘ner Stunde wach und ich dusch wohl mal bevor die Gastgeber aufstehen
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Posted from Chicago, Illinois, United States.
Erstellt am Freitag 21. Mai 2010
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