Axel und Christoph bloggen zu tools – ich zur cloud

Zwei Freunde von mir haben gerade auf ihren Blogs Reihen laufen, in denen Sie nützliche, aber unbekannte Unixtools vorstellen. Auch wenn ich vieles davon nie brauchen werde, ist alleine das Wissen um du -h | sort -h zum Sortieren nach SI-Einheiten etwas, was mir schon einige Male genutzt hätte. Ihr findet das Blog von Axel unter Blogging is futile und das von Christoph unter Myon’s Blog.

Dadurch angeregt und in Fortsetzung meines letzten Artikels zu Dropbox gibt’s dann von mir in der nächsten Zeit ein paar Artikel zu Clouddiensten im weitesten Sinne, die ich regelmäßig nutze. Ich war bis jetzt immer der Meinung, dass die eh’ jeder kennt, aber als ich heute von einem Informatiker ein “Doodle” gefällt mir, kannte ich noch nicht. bekam, sehe ich den Bedarf für ein wenig Aufklärung :-) .

Vielleicht schaffe ich auch mit ein weniger Fanboy-Einstellung heranzugehen als ich das bei meinem Dropbox-Artikel tat, aber die meisten Clouddienste haben auch gerade durch den “Boah, wie geil, warum gab’s das nicht schon immer”-Faktor soviel an Bekanntheit erlangt.

Erstellt am Montag 29. November 2010
Unter: Uncategorized | Keine Kommentare »

DropBox – NAS neu erfunden

Es zeichnet eine Idee aus, wenn man sie in wenigen Sätzen erklärt hat und danach erstmal denkt “und was ist jetzt die Innovation daran?”.  Innovativ war an Dropbox nur, das es konsequent umgesetzt wurde und damit zufällig so einen Nerv getroffen hat. Dadurch ist es (trotz anderer Dienste, die es gibt und die in eine ähnliche Richtung gehen) zum Quasi-Standard der Datenhaltung im Netz avanciert.

Wer’s ausprobieren will kann das sehr gerne über diesen Link tun, dann haben wir beide was davon, nämlich 256MB mehr Kapazität.

Was ist Dropbox?  Kurz gesagt Network Attached Storage, eine Art “Festplatte” im Netz.  Solche Dienste gibt es und gab es viele, Dropbox besticht durch die Einfachheit.  Jeder kriegt kostenlos 2GB Platz und unlimited Traffic (Bezahlvarianten für 50, bzw. 100GB existieren). Darin kann man Ordner erstellen und Dateien ablegen. Versionierung für die letzten 30 Tage ist inbegriffen.  Man kann Folder mit Freunden oder der Welt sharen. Die Daten werden in der Amazon Cloud gehostet was für deren (Ausfall-)Sicherheit spricht.  Die Sicherheit vor unerlaubtem Zugriff muss man den Betreibern glauben — bei den Petabytes, die sie rumschieben, ohne das der kleinste Skandal irgendwo zu lesen ist, scheint es da aber keine Bedenken zu geben.

Der Produktivitätsgewinn stellt sich durch die Synchronisation ein.  Für alle großen Plattformen gibt es sehr angenehm gestaltete Hintergrundprogramme, die lokale Kopien der Verzeichnisse anlegen und mit der Kopie in der Cloud abgleichen.  Dadurch, dass die lokalen Verzeichnisse bis auf ein paar unsichtbare Steuerdateien für alle Belange des Systems normale Verzeichnisse sind ergeben sich viele Anwendungsmöglichkeiten, Rechner untereinander abzugleichen.  Man kann auf Windows z.B. ein Dropboxverzeichnis als “Eigene Dateien” eintragen, kann seine Firefoxbookmarks in die Dropbox legen, und vieles mehr. Unter linux mit Symlinks die Konfiguration von Programmen aus den Dropboxverzeichnissen ziehen und so zwischen Rechnern abgleichen, ohne per Crontab extra irgendwelche svn/cvs/git/hg/whatever-Dienste anstossen zu müssen ist ein Anwendungsfall, den ich sehr schätze.

Durch die Integration von mobilen Clients (iPhone, Android, Blackberry) ist es auch möglich, unterwegs auf alles zuzugreifen. Unter iPhone (und bestimmt auch für die anderen Plattformen) gibt es bei fast allen Dokumententools die Möglichkeit, direkt auf der Dropbox oder per API mit dem installierten Dropbox-Client zu interagieren.  Photos, Videos, Audio unterwegs dabeihaben, Worddokumente on-the-go editieren und weitergeben, Notizen überall synchronisiert haben — alles ist über den Dienst abgebildet.

Faszinierend ist, dass es die Einzelteile eigentlich immer schon gab, aber selbst bei mir als Bastler doch die eine, große Lösung fehlte, die zuverlässig all meine Shells miteinander abgleicht und mir vieles, was ich notgedrungen als Mails oder sogar in Zetteln mit mir rumtrage auch zuverlässig da verfügbar macht, wo ich gerade bin.  Dropbox tut das, muckt nicht, kostet nix und funktioniert einfach.  Qualitäten, die bei solchen Diensten nicht zu unterschätzen sind.

Die Verzeichnisse sind auch kollaborativ nutzbar, entweder einzeln an konkrete Mitglieder zum Zusammenarbeiten (so habe ich Zugriff auf den Orgafolder einer Hochzeit bei der ich im nächsten Jahr Trauzeuge bin) oder auch als USB-Stick-Ersatz (Konzertaufnahmen als MP3s mal gerade an den ganzen Chor verteilt ohne extra irgendwo Webspace aufsetzen zu müssen).  Auch ganz öffentliche Verzeichnisse, die ohne Anmeldung sichtbar sind werden unterstützt — Anleitungen, wie man darauf eine verteilt gepflegte Webseite aufbaut gibt es auch…

Ich habe durch Dropbox auf all meinen Rechnern einen Ordner, der auf all diesen Rechnern immer gleich aussieht, ohne, dass ich mich darum kümmere.  Ich kann ihn auch unterwegs von meinem iPhone aus einsehen und editieren. Wenn mir jemand dann eine Mail mit einem Dropbox-Link schickt um mir Daten zukommen zu lassen oder mit mir an etwas zu arbeiten klicke ich einmal drauf und diese Daten sind auf all meinen Rechnern verfügbar. Klingt einfach, ist aber toll.

Alles in Allem bin ich begeistert (merkt man kaum) und empfehle den Dienst jedem, der gleichzeitig an verschiedenen Rechnern arbeitet, der vom Smartphone aus Zugriff auf seine Daten möchte oder der oft zwischen Freunden oder Kollegen größere Datenmengen austauscht. Wenn Ihr’s probieren wollt und statt 2GB sogar 2,2GB wollt, geht über diesen Link, dann haben wir beide was davon :-) .

Links auf die vielen Seiten die (meist auf englisch) detailliert beschreiben, wie man jetzt die Savegames von Computerspielen unter Windows 7 austauscht, wie die Bookmarks von Firefox per Dropbox über Rechnergrenzen hinweg synchron gehalten werden können oder wie man ein Truecrypt-Volume in den Folder tut (wo auch immer dabei das Problem ist), gibt’s bewusst keine — die ändern sich sowieso täglich und ein kurzes Googlen hilft weiter.  Ich finde es ausserdem spannender, die “25 innovative uses for Dropbox” selber zu finden und nicht irgendwo nachzulesen.

Erstellt am Freitag 12. November 2010
Unter: Uncategorized | 1 Kommentar »

Password: ________

Das war alles, was ich am letzten Wochenende aus meinem Notebook herausbekommen habe.

(How to remove BIOS password protection on bricked Acer Travelmate C110?  See end of text for english step-by-step instructions)

Beim Einschalten nach langer Zeit hatte ich wegen leer gelaufener BIOS-Batterie aus Versehen das BIOS-Passwort dreimal nicht (und damit falsch) eingegeben, was den Rechner in einen “Ich-starte-jetzt-auch-nicht-mehr-ohne-Passwort”-Zustand versetzt hatte. Das Passwort habe ich noch nicht einmal vergessen, sondern sogar nie gehabt, da der Rechner von eBay stammt und der Vorbesitzer ihn auch schon gebraucht aus einer Firmenauflösung erstand und keine Dokumentation über das Passwort besass…

“So schwer kann das ja nicht sein”, dachte ich mir und googelte mich durch das halbe Internet. Nett gemeinte Beschreibungen, wie man das EEPROM, in dem das Passwort gespeichert ist auslötet und ihm auf einer selber zu erstellenden Testplatine per brute-force-attack das Passwort wieder entlockt habe ich überblättert und sah mich schon die Festplatte ausbauen und den Rest wegschmeissen, aber da fand ich das Servicehandbuch!

140 Seiten voll “Was-mache-ich-wenn?”, aber keine Infos zum Passwortschutz?  Doch!  auf Seite 87 gibt es eine Motherboardübersicht und darauf eingezeichnet einen ominösen “Switch SW1″ mit dem man den Passwortschutz ausschalten kann.  Soviel zum Thema Sicherheit, aber mir war’s recht.

In meinem jugendlichen Leichtsinn beschloss ich nun “kurz” diesen Schalter zu betätigen, hatte aber noch nie ein Laptop auseinanergenommen.  Und auseinandernehmen musste ich es allerdings.  Das oben schon genannte Servicehandbuch hat eine 22 seitige, bebilderte Anleitung wie man jedes einzelne Teil ab- und wieder dranmontiert, und ja, das Motherboard ist so in der Mitte, dass man auch wirklich alles einzeln abnehmen muss.  Um mich herum (und ich vergass leider Bilder zu machen) lag am Ziel meines Vorhabens eine Art Explosionszeichnung des Laptops nur mit echten Teilen nachgestellt.

Der Schalter war schnell betätigt, das Laptop nach einer guten halben Stunde Auseinanderbauen auch nach einer weiteren halben Stunde wieder zusammen — der spannenste Teil war einer der Platinenstecker, der beim Auseinanderbauen zerbrach und bei dem ich zwei einzelne ca. 0,7mm dicke Kabel einzeln mit Pinzette auf die zugehörigen Pins stecken musste, damit der Laptop in Zukunft noch merkt, wenn man die Klappe zu macht.

Der Wermutstropfen oder die Pointe des ganzen war nur, dass kurz vor Ende der Aktion auffiel, dass in allen Teilen, die ich mühsam aus- und wieder eingebaut hatte in der Mitte ein Loch durchgeht, das direkt auf den Schalter zeigte und es schon nach dem Ausbau der Tastatur (was nur drei Schrauben sind) ermöglicht hätte den Passwortschutz zu deaktivieren.  Trotz 140 Seiten Manual war dieser Sachverhalt aber nicht erwähnt und leider auch nicht zu erkennen, da die schematische Darstellung des Motherboards auf dem der Schalter verzeichnet war keinen Rückschluss auf die absolute Lage im Laptop zulässt.

Hier also für alle, die per Google hierher kamen die 2-Schritt-Anleitung zum aufheben des Passwortschutzes (der internationalen Verwendbarkeit wegen auf englisch):

How to disable password lock on Acer Travelmate C110

The service manual, which you’ll find online tells you to disassemble all of the laptop to reach the switch SW1 on the mainboard itself but said switch can be reached much more simple by just removing three screws.  All you need is a philips screwdriver, the following two pictures and some very simple steps in dis- and reassembly:

  • Turn off device, unplug AC, turn around, remove battery (lower right corner)
  • Remove the three screws holding the keyboard on the back of the device (picture 1, candy-tagged, upper edge)

  • Turn around and lift the keyboard upwards and put it on the case, but leave the cable intact (you don’t need to fully disconnect the keyboard to turn the switch
  • Search for the hole in the thermal plate and use a plastic screwdriver or pen to switch the left of the two dip-switches in the upper “on” position (picture 2, candy-tagged, lower left corner of the keyboard hole)

  • replace keyboard
  • replace screws
  • replace battery pack
  • enjoy!



Posted from Saarbrücken, Saar, Germany.

Erstellt am Samstag 4. September 2010
Unter: Uncategorized | Keine Kommentare »