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’s Haus verliert nix

…und die Reinigung erst recht nicht.  Auf der Suche nach meinen weissen Hemden für einen Unichorauftritt am Sonntag scheiterte ich zu Hause.  Abgesehen davon, dass ich bei diesen Temperaturen eh’ keine Lust habe, in vollem Anzug mit Hemd und Schlips rumzulaufen würde mich noch mehr ärgern, meine weissen Hemden irgendwo verschlampt zu haben.  Nach einigem Suchen erinnerte ich mich dunkel, die nach der letzten Konzertphase mit dem Unichor zur Reinigung gebracht zu haben (was auch nötig war). Nur, wo war der Zettel?

Da das Konzert am Sonntag ist und es zur Zeit dieser Erkenntnis schon Mittwoch war, bin ich abends einfach auf gut Glück in die Reinigung, erzählte meine Geschichte und fand mich mit den beiden hilfsbereiten Mitarbeiterinnen vor zweimal vier Meter Kleiderstange wo alle nicht abgeholten Hemden der letzten 12 Monate hängen (ausser den “neuen”, die auf dem Karussel gefahren werden). Einiges Suchen später (da waren Hemden von letztem Sommer dabei, aber nix in meiner Grösse ;-) ) hatten wir tatsächlich meine Hemden in der Hand und nach Name und Telefonnummer (die ich einfach hinschrieb ohne dass die irgendwas von mir sehen wollten) war ich mit 3 frisch (naja) gewaschenen Hemden unterwegs nach Hause.

Ich muss mir tatsächlich in Zukunft aufschreiben, wenn ich in der Reinigung war, da ich bei Dingen, die ich nicht regelmässig brauche (wie eben weissen Anzugshemden) nur an dem Abholbon im Geldbeutel merke, dass ich was bei der Reinigung habe und den scheine ich wohl irgendwann aus Versehen mit alten Kassenzetteln entsorgt zu haben.

Update: Hmpf. “Speichern” ist nicht gleich “Publizieren”.  Ich bin von dem Blogsystem überfordert und der Artikel eigentlich älter.

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Erstellt am Montag 5. Juli 2010
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Wir sind hier in Deutschland

Nein, um die WM geht’s nicht, sonst hätte ich das neue Kürzel “Schlaaand” verwendet (TLD .schlaaaaa).  Auch zu Westerwelle muss man eigentlich nichts mehr schreiben.  Worum geht’s dann?  Steve Jobs erlaubt uns Jüngern jetzt auch Bücher auf die iPhones, iPods und iPads zu laden mit der neuen iBooks iApp -äh- Applikation.

So weit, so gut.  Das Apple nicht lange andere Leute in ihrem Revier Geld verdienen lässt war klar, und die Einführung einer von Jobs selber gesegneten eBook-Applikation war absehbar. Auch die Applikation selber ist (wie nicht anders erwartet) schön, leicht zu bedienen, sieht gut aus, etc.  Nur warum sie jetzt wieder die Zielmärkte abgrenzen müssen ist mir schleierhaft.

Eine kurze Stichprobe beim SciFi-Autor John Scalzi ergab: 10 Bücher von ihm im Store, 9 auf deutsch, davon nur eins auch auf englisch, nämlich der zweite Band einer Reihe.  Den ersten kriegt man nur auf deutsch.  Deutsche Bücher 7.99EUR, englische 8,99EUR.  Warum? Das gleiche Buch kostet auf Amazon (wohlgemerkt amazon.de) 5,99 bzw. 8,95, hier ist aber das deutsche das teurere… “Lizenzrechtliche Gründe” heisst dann die Argumentationskeule.

Wenn ein Markt wirklich abgeriegelt ist, wie bei Regioncoding für DVDs oder Konsolenspiele, bzw. wenn es keine offiziellen Wege gibt, diese Märkte zu vermischen kann ich’s auch schon nicht verstehen aber wenigstens nachvollziehen.  Aber bei Büchern?  Vor 15 Jahren musste ich mir meine englischen Pratchetts noch im Comicladen holen, weil selbst Bock & Seipp nur auf teure Vorbestellungen liefern konnte, aber mittlerweile ist gerade im Science Fiction & Fantasy Bereich doch jeder deutsche Buchladen mit seinem Markt gewachsen und bietet entsprechende Literatur am Erscheinungstag zu fairen (und meist eher billigeren) Preisen Regalweise an; von Amazon will man gar nicht anfangen. Muss das jetzt bei iBook wieder ganz von vorne losgehen?  Globalisierung?  Freie Märkte?  Irgendwie schafft meine Apple-Gehirnwäsche gerade nicht, das auch noch mit “aber dafür ist’s ein iPhone” wieder gut zu reden…

Lösung gibt’s natürlich, wenn auch eher in einer legalen Grauzone:  Man kann sich einen amerikanischen iTunes-Account mit fiktiver Adresse (oder einer Adresse von Bekannten dort) machen und sich dann amerikanische iTunes-Geschenkkarten bei eBay oder von Bekannten kaufen lassen und einlösen.  Abgesehen von den legalen Gesichtspunkten ist mir das dann aber zu viel Stress um für 3 EUR mehr ein Buch im Handy zu lesen, dass ich mir auch einfach als reales Taschenbuch aus toten Bäumen kaufen kann.

Wir sind hier in Deutschland.  Leider noch nicht in der Zukunft.

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Erstellt am Mittwoch 23. Juni 2010
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Movie Theatre

Kino hier ist anders.  Ich war in einem der größten Innenstadtmultiplexe in Chicago mit zwei Dutzend Sälen von denen aber viele auch relativ klein sind (etwa wie der UT2 nur stärker geschrägt). Das Foyer lässt sich am besten mit “bombastisch” umschreiben — 2 Stockwerke hoch, überall Filmplakate an den Wänden und eine Menschenmenge-Leite-Vorrichtung aus Absperrbändern die ungute Erinnerungen an die 2h nach der Landung hervorrief.  Dahinter 10 Kassenhäuschen, von denen aber nur eins besetzt war (es war aber auch mittags um 2 als ich dort ankam).  Vor mir war nur eine Familie, die waren aber am heftigen diskutieren, ob oder nicht irgendwelche Coupons gelten (auch das ist ein häufiges Phänomen hier), und ich 5 Minuten vor der Vorstellung und musste noch aufs Klo.  Eine Kundin nach mir hatte ein ähnliches Problem (also das mit dem Klo weiss ich nicht, aber sie schien es auch eilig zu haben) und zog an den Kassenhäuschen vorbei zu eine Reihe von Automaten.  Die hatte ich vorher für ATMs gehalten (Automatic Telling Machines, die hiesige Geldautomaten, die häufig innerhalb von Geschäften und auch Kneipen stehen wo keine Kreditkarten akzeptiert werden).  Bei näherem Hinsehen erwiesen die Automaten sich als automatische Ticketverkäufer die — passend zu meinem Lob über die Bedienerfreundlichkeit dieses Landes — einfach, schnell und selbsterklärend waren.  In weniger als einer Minute hatte ich ein Ticket für meine Vorstellung gewählt, Kreditkarte durchgezogen, auf dem Bildschirm unterschrieben, gedrucktes Ticket rausgezogen und war bei dem Ticketkontrolleur.

Danach ging’s zwei lange Rolltreppen hoch und eine riesige Popcorn / Nachos / Hot Dogs / Pizza / Getränke / Eis Theke empfing mich.  Ich war glücklicherweise knapp dran und gesättigt.  Also Saal suchen (sehr einfach, da überall die aktuelle oder nächste Vorstellung samt Zeit dransteht), Platz wählen (Platzkarten ist wohl eher ein deutsches Konzept) und fallenlassen.  Werbung (im Sinne von Produktwerbung) gibt es hier nur bis zur aufgedruckten Zeit, dann gibt’s zwar noch 20 Minuten Trailer, aber die sind pro Film anders (ich habe bei insgesamt vier Filmen, also 80min Trailern, nur 3 Stück doppelt und einen dreimal gesehen).

Richtig dunkel wird’s nicht — die “EXIT”-Schilder sind heller als in Deutschland und auch die Stufen-Beleuchtung bleibt an.  Sicherheit ist ja wichtig, aber dunkler wär schon schöner gewsen.

In dem Moment, wo die Schlusszene anfängt gehen die ersten, alle andern dann beim ersten Wort des Abspanns.  Die Saubermachcrew kommt dann noch dreimal während des Abspanns rein und kuckt mich irritiert an, wartet aber tatsächlich mit dem Säubern bis ich gegangen bin (im Falle von Iron Man 2 lohnte es sich sogar noch wegen einer Extraszene nach dem Abspann).
Nach dem Film fiel mir auf, dass die Reinigungscrews mit sich selbst beschäftig sind und der Kontrolleur zwei Stockwerke tiefer ausser Sichtweite ist und praktischerweise an jedem Kino dransteht, was dort wann läuft und bin noch in einen zweiten Film.  Das habe ich dann beim nächsten Besuch gleich ausgenutzt und die Filme sogar passend ausgesucht.  So lassen sich die Ticketpreise ($12 pro Vorstellung) auch bezahlen.  Mindestens eine Vierergruppe Studenten hat das auf jeden Fall ähnlich gesehen und sass mit mir in Iron Man 2 und in Robin Hood und dass die vorher unten je 2 Tickets gelöst haben kann ich mir nicht vorstellen.

Nun zu den 4 Kurzkritiken meiner beiden Double Feature Kinobesuche

Iron Man 2

Solide Comicverfilmung.  Action (teilweise auch echt übertrieben blutige), aber auch Handlung, Robert Downey Jr. in einer Paraderolle, Mickey Rourke leider etwas blass, was aber auch an dem sehr eindimensionalen Charakter liegen kann.  Endlich die schon nach dem Abspann des Einsers angedeutete Nebenhandlung mit Nick Fury und S.H.I.E.L.D..  Gute Gags, rasanter Schnitt, alles dabei (nur Popcorn hatte ich keins)

Robin Hood

Ridley Scott + Russel Crowe + Hans Zimmer (na gut, nicht Hans Zimmer selbst, sondern “nur” jemand, der bei ihm gelernt hat, aber das hört man auch deutlich).  Kann ja nichts mehr schief gehen.  Tut’s auch nicht.  Ich würde den Film zwar eher Brave-hood nennen, weil er doch sehr an das Schottenepos erinnert, aber das tut dem Spaß ja keinen Abbruch.  Dunkler und ernster ist dieses Prequel der Figur und die Merry Men sind noch nicht ganz so merry.  Insgesamt fand ich ihn sehr gelungen, und das Gegenargument dass die Schlachten zu unnötig brutal werden kann ich nicht ganz nachvollziehen (ich war aber auch direkt vorher in Iron Man 2 und vielleicht etwas abgestumpft)

Shrek 3D Forever After

Den Dreier hatte ich nicht gesehen, 1 und 2 nur einmal vor Ewigkeiten, deshalb hat mich der Kritikpunkt, dass das ja nur ein Abklatsch wäre nicht gestört.  3D hätte man sich sparen können, ein paar der Lieder auch, aber insgesamt nette Familienunterhaltung (das haben sie leider auch getan, die Familien hinter mir — sich unterhalten).

Prince of Persia

Ich habe die Filme meiner beiden Double Features wohl richtig gemischtund hatte beim ersten Mal cool und dann noch cooler und beim zweiten Mal so mittel und dann noch so mitteler.  Prince of Persia ist ein nettes CGI-Spektakel, das ich auch getrost synchronisiert hätte sehen können.  Action ist toll, ob ich Gyllenhall oder die gerenderten persichen Städte die schönere Augenweide fand muss ich noch überlegen, aber gesehen haben muss man den Film echt nicht.

An dem zweiten Tag besser gefallen haben mir die Trailer:  Toy Story 3 und Tron 2 auf grosser Leinwand unsynchronisiert haben mich mehr mitgerissen als der Prinz.

Home Alone

Nach den beiden Multiplexdienstagen waren wir dann noch gestern (Donnerstag) Abends bei DOC-Films, einem Unikino mit richtigem Kinosaal (zwar mehr so altes Scala von den Sitzen und der Leinwand, aber besser als Audimax).  Für $5 gab’s da ein Doublefeature mit völlig zur Temperatur passenden Filmen:  Home Alone 1 & 2 (“Kevin Allein zu Haus” und “Kevin Allein in New York”), die ich aber beide noch nie auf englisch gesehen hatte und vor allem noch nie auf großer Leinwand.  Sehr schön war’s und die Filme altern fast nicht (auch wenn die Geschichte mit Handys wohl nicht funktionieren würde und auch die Sicherheitskontrollen am Flughafen würden solche Fehler heute nicht mehr machen).  Ein Raunen ging durch’s Publikum, als Kevin im zweiten Teil auf einem der beiden Twin Towers steht und die Kamera zurückfährt und beide zeigt.  Irritierend war nur, nach dem Film in ein immer noch verhältnismäßig warmes Chicago rauszugehen. Ich habe auf dem Nachhauseweg zwar meine Strümpfe vermisst, aber um 11pm darf man das auch. Hofentlich ist’s in Cape Cod ein wenig Meerbrisiger und nicht diese schwüle, drückende Hitze, die wir in der letzten Woche hier hatten (und während der ich im Anzugshemd in der einzigen unklimatisierten Halle der Uni 1h10 Brahmsrequiem im Stehen singen durfte, aber dazu späater mehr).

Mehr Kino gibt’s vielleicht nächste Woche — in die IMAX Vorstellung des Museums of Science and Industry hab’ ich’s nicht mehr geschafft und morgen geht’s erstmal nach Boston.  Artikel zu den Kunstmuseen, der echten Chicago Deep Dish Stuffed Pizza, zu einem Abend im Green Mill Jazz Club mit echt blindem Hammondorgelspieler und zu den Auftritten mit dem Unichor gibt’s dann wenn ich irgendwo in Providence, Plymouth, oder Provincetown WiFi habe, spätestens ab Sonntag, wenn ich bei Dave & Jim bin, wo ich gerade ein Zimmer ohne Hunde gebucht habe (wer zwei Huskys hält ist auch nett zu den Gästen :-) ).

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Erstellt am Freitag 4. Juni 2010
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beSchriftungen

Nachdem mich viele Amerikaner die ich über Thomas und Kathi treffe oder mit denen ich beim Busfahren ins Gespräch komme fragen, was denn so mein erster Eindruck ist habe ich mir Gedanken gemacht, was die Hauptunterschiede sind, die ich nach einer guten Woche Chicago feststelle.  Ein großer Punkt ist auf jeden Fall die Gelassenheit (die wie man mir sagte in New York auch anders wäre aber hier auf jeden Fall vorherrscht). Im Supermarkt geht alles langsam.  Die Leute an der Kasse gehen seelenruhig erstmal rüber in die Gemüseabteilung weil die Kundin irgendwelche Säfte 2 für 1 haben will, wovon die Kassierin nix wusste.  Das wird dann in Ruhe mit dem Chef der Gemüseabteilung, dem Kunden der Nachbarschlange und eigentlich jedem der da rumsteht ausdiskutiert.  Die, die vor mir oder auch hinter mir in der Schlange stehen sind davon nicht im geringsten irritiert, da ja eh jeder noch ein Stück fahren oder länger gehen muss (so meine Theorie). Auch in den Bussen und Bahnen ist’s eher ein “kommt irgendwann” und echte Fahrpläne gibt’s nur in den Nachtstunden, ansonsten steht auf dem Fahrplan sowas wie “alle 8-10 Minuten tagsüber”.  Man hat auf jeden Fall das Gefühl, dass das Mehr an Platz auch dazu führt, dass durch die größeren Wegezeiten mehr Toleranz bei Wartezeiten in Geschäften und bei anderen Dienstleistern da ist.

Eine andere Sache, die mir auffiel ist, dass die Amerikaner wirklich alles Beschriften, mit dem “Caution! Contents may be hot” auf den Kaffeebechern als prominentestem Beispiel.  Anders als ich dachte ist aber auch einfach vieles sehr sinnvoll beschriftet und Dinge, die in Deutschland beschriftet wären sind hier weggelassen.  Beispielsweise steht in jedem Bus (oder wird durchgesagt), wie der Bus heisst, in dem man sich befindet und auch das Prozedere der Kartenbeschaffung an den Automaten ist um ein vielfaches professioneller und benutzerfreundlicher gestaltet als der typisch deutsche Fahrscheinautomat.  Auf der anderen Seite habe ich noch an keinem einzigen Emergency Exit einen Warnhinweis gesehen, dass man das nur im Notfall benutzen soll — da trauen sie ihren Bürgern mehr zu als wir unseren.  Überhaupt die Benutzerfreundlichkeit von Automaten, Telefonmenüs (die ich dank AT&T PayAsYouGo-Phone ja zahlreich nutzen durfte) ist herausragend.  Auch Supermarkt und Restaurantkassen, die zu ganz grossen Teilen als Selbstbedienerterminals ausgelegt sind, um mit Credit/Debit/Sonstwas-Karte zu zahlen, selbst zu bestätigen/PIN einzugeben und auf dem Screen zu unterschreiben sind Dinge wo ich am Anfang gar nicht damit rechnete, das selbst machen zu dürfen und der irritiert schauenden Kassiererin meine Karte in die Hand drückte.

Das mit den Beschriftungen-nur-da-wo-man-sie-braucht geht soweit, dass als ein durchgehendes Designelement hier alle Türen auf der “Drücken”-Seite eine horizontale und auf der “Ziehen”-Seite eine vertikale Stange haben.  “Push” und “Pull”-Beschriftungen gibt’s nur in sehr touristischen Gebäuden; die ganze Uni und auch große Teile der Innenstadt sind nur durch die Richtung des Griffes logisch gekennzeichnet (siehe Bild aus dem Arts Institute of Chicago, dem ein eigene Beitrag gewidmet werden wird).

Eine Sache zum Thema Beschriftungen noch zum Schluß:  Es ist eine Wohltat, hier Schilder zu kucken.  Die ganze CTA (einer der beiden ÖPNV-Konzerne hier) verwendet Helvetica für die Stationen und auch an Geschäften und Schildern sieht man sehr viel Helvetica und Futura und erfreulich wenig Times und Arial.  Das stand erstaunlicherweise gar nicht im Reiseführer, auch wenn ich meine Gastgeber bei den ersten Touren durch die Innenstadt erfreut und laufend darauf hinwies :-) .

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Erstellt am Samstag 29. Mai 2010
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Birthday and Brahms

Montag hatte Kathi Geburtstag.  Der begann mit einem kleinen Frühstück zu dem Thomas Blumen sowohl in echt als auch aus Fondant auf kleinen Cupcakes besorgt hatte. Für 12 hatten wir Lunchreservations im “Signature Room”, einem sehr coolen Restaurant im 95. Stock des Hancock Towers.  Die Bilder zeigen den Turm von unten, den Blick von oben und Kathi beim Einfangen desselben mit ihrer neuen Kamera (Nikon D5000).

Für$20 gab’s ein Lunchbuffet mit Schwein, Fisch, 2 Beilagen, Gemüse, Salaten, Suppen und Antipasti, davor Brot&Butter am Tisch, Wasser umsonst und überschaubaren Getränkepreisen.  Auch das à la carte, das man auf den Tellern der Nachbartische sah wirkte lecker und ausreichend.  Das Restaurant ist ein absoluter Tipp für Chicagogänger.  Es lohnt sich auch, beim Reservieren das Häkchen bei “Special Occasion” zu setzen, den nach dem Essen kam der Kellner und fragte nach, um welche solche Occassion es sich denn handeln würde um kurz darauf Kathi einen Sorbetbecher mit Früchten zu bringen an dessen Fuss mit Schokolade “Happy Birthday” stand. Ausserdem hatten wir mit einem Ecktisch in der Südwestecke des Restaurants Fenster bis zum Boden die auf den See und den Loop schauten und alleine dafür hätte man schon das Geld bezahlen können (was man auch kann — für $18 ohne Essen und Getränke gibt’s 2 Stockwerke höher die Observation Lounge).

Abends dann meine erste englische Chorprobe — ein Schnelldurchlauf Brahms Requiem um alle kritischen Teile kurz angespielt zu haben. Die Vokale singen die Amis halt oft falsch, wie sie “trösten” aussprechen will man echt nicht wissen und die “Früscht” die statt der “Frucht” rauskommt sollte wohl besser angesprochen werden.  Bis auf die Aussprache aber war es eine ganz normale Chorprobe — die Hälfte kuckt nicht auf den Chorleiter und macht ihren Takt selbst, die Fugeneinsätze tröpfeln eher dahin aber am Ende kommen wir alle relativ gleichzeitig am Schluss an. Mal gespannt, wie die zweite Probe und die beiden Konzerte werden und ob ich davon irgendwie eine Aufnahme bekommen werde.

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Erstellt am Mittwoch 26. Mai 2010
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AT&T, Apple, Amerika

Der Plan war, hier von unterwegs zu bloggen, twittern, Fotos hochzuladen, nächste Läden zu finden, Buspläne online nachzuschlagen, News lesen bei der 30min-Metrafahrt in die Innenstadt, etc.  Dieser Plan funktioniert nicht.  Schuld ist keiner so richtig und alle ein bisschen.

Es begann damit, dass ich mir überlegte, mit einer eigenen SIM-Karte für USA mehr Spaß zu haben als wenn ich mein Handy hier nur als iPod benutze und mit Calling Cards und öffentlichen Telefonzellen den Rest regele.  Einiges Googlen später war ein Anbieter gefunden: USASims.  Die bieten von vielen verschiedenen amerikanischen Netzanbietern Prepaidkarten an, die man hier nicht wie bei uns Congstar im Laden kaufen kann sondern bestellen muss und oft ohne USA-Adresse und zu selbiger Adresse gehörige Kreditkarte aufgeschmissen ist.  USASims regelt das, bestellt die SIM nimmt deutsche Kreditkarten und schickt die SIM-Karte auch nach USA.  Die Anbieter unterscheiden sich so, wie auch in Deutschland die verschiedenen Prepaidtarife, es gab von allen Pakete für “Texting” (SMS), Freiminuten, Freizeiten etc. Nur Datentarife, die gibt’s nur von AT&T.  Beim Googlen kam mehrfach auf, dass AT&T wohl mit iPhones im Prepaidvertrag Probleme hat, so fragte ich bei USASims an und bekam ein “Kein Problem, regeln wir schon, geht dann” zurück.  Ausserdem hatte das AT&T GoPhone (wie mein Vertrag heisst) eine “25$ drauf machen und dann noch 25$ bekommen” Aktion.  Ich also alles ausgefüllt und abgeschickt.

In USA kam dann am ersten Abend die Ernüchterung:  Nach vielen Gesprächen mit AT&T und diversen Webseiten / Telefonmenüs und sogar echten Mitarbeitern kam heraus, dass die an Hand meiner IMEI (die ich angeben muss um die SIMKarte auf genau das Handy freizuschalten) merken, dass es ein iPhone ist und den Datentarif sperren.  Und zwar dank Steve Jobbs auch so richtig:  Das Menü, in dem ich den APN für die UMTS-Verbindung konfigurieren kann ist einfach komplett weg aus den Einstellungen (der Mensch von USASims meinte, dass man bei gejailbreakten Geräten hier einfach einen APN von AT&T eingeben muss und es geht dann trotz Prepaidvertrag).  Also nix Daten.  Auch das 25$-und-dann-noch-25$-dazu-Angebot war abgelaufen und galt für den Zeitpunkt der ersten Nutzung des Guthabens und nicht für den Zeitpunkt des Kaufes.

Im Endeffekt dachte ich, 50$ Guthaben zu haben, von denen $19.95 für den Datentarif (100MB flat) draufgingen, d.h. $30.05 zum Vertelefonieren.

Ich hatte durch die ganzen Wirrungen jetzt $5.05 Guthaben, einen Datentarif den ich nicht nutzen konnte (aber bereits bezahlt hatte) und die Schnauze voll…

USASims meldet sich nicht (wobei die zumindest für die 25$-Aktion nix können, aber für das iPhone-Debakel schon), und das nervt, weil ich ohne den Datentarif als Auswahlkriterium sicher zu einem anderen, billigeren Anbieter gegangen wäre und AT&T ist “terribly sorry, but yes, unfortunately you can’t use your iPhone with our prepaid data plan”.

Wenigstens konnte mir ein AT&T-Agent in einer Zweigstelle durch Jammern in meinem Namen den ungenutzen und unnützen Datentarif zurückbuchen, so dass ich die $19.95 jetzt als Guthaben habe, aber Internet unterwegs werde ich erst wieder in Deutschland haben :-( .

Spannend sind die Mobiltelefontarife hier insgesamt:  Man zahlt für eingehende Gespräche und SMS, so dass das Telefonieren für den Anrufer immer gleichbleibt.  Ausserdem gibt es viele “Zahl $1 für jeden Tag, an dem Du das Telefon nutzt dafür sind die Minuten dann billiger”-Angebote und ähnliches.  Sehr viel besser zurechtschneidbar als in Deutschland.  So habe ich auch eine $4.95-Pack für 200 SMSe erstanden und kann wenigstens Twitter von unterwegs nutzen, wenn auch ohne Bilder und Geotagging.  Wer also zeitnaher wissen will wo ich bin kuckt rechts bei “Mein Gezwitscher”.

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Erstellt am Dienstag 25. Mai 2010
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Loop and Lost

Der erste Tag in der eientlichen Innenstadt, dem “Loop”, der im Inneren einer Schleife der Hochbahn liegt und an den sich zum See hin die Parks anschliessen und die Fläche bis zum Wasser füllen. Die offensichtlichen Tourifotos habe ich alle gemacht:

  • Kathi und Thomas vor der Buckingham Fountain, besser bekannt als der Brunnen aus dem Al Bundy Vorspann
  • Uns reflektiert im Cloudgate, einer reflektierenden Skulptur am Millenium Park
  • Skyline durch die Wipfel eines erfreulich unorganisierten Gartens mitten im Park wo sie alles an Gestrüpp und Wildblumen angepflanzt haben, was dort wachsen würde, wenn es die Stadt nicht gäbe.

Danch noch im Panda Express Mittagessen (mal schauen, wie viel verschiedenes Fastfoot ich hier schaffe), shoppen bei Macy’s (2 Markenjeans, eine neue Jacke), und im Borders (einem Buchladen mit Café) Iced Coffee trinken und WLAN ausnutzen und dann ging’s für Kathi und Thomas zu einem Konzert, in dem John Rutter einen lokalen Chor dirigiert und ich habe mich trotz diesen Angebots aufgemacht, das LOST-Finale in einem Kino zu sehen.

Ann & Gordon vom Abend davor waren auch mit, danach auch noch auf ein Biert diskutieren, was genau das Finale uns jetzt sagen will (ohne zu spoilen kann ich sagen, dass das Finale nicht alle Fragen beantwortet) und dann bin ich zum ersten Mal alleine mit dem  ÖPNV hier nach Hause (mit Bahn und Bus ist’s ungefähr eine Stunde von der Innenstadt zu Thomas und Kathi).

Morgen (bzw. jetzt, da ich den Artikel gerade dank Jetlag vor dem Frühstück schreibe) geht’s zum Geburtstagsdinner für Kathi und abends Brahmsrequiem Generalprobe, für die wir gestern mittag schon hier geübt haben.

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Erstellt am Montag 24. Mai 2010
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10.000 Meilen über dem Custom Support

Während ich 2h bei der Passkontrolle wartete (s.u.) war wohl das Gepäck eh noch nicht da — der “wir fliegen 20min später los wegen der Cargoklappe” wurde anscheinend zum “Sie wollten die Klappe doch zu also beschweren Sie sich nicht” Fehler.  United ist so amerikanisch wie man sein kann und entschuldigt sich in vollsten Tönen bei mir:

  On behalf of all of us here at United, I want to express my sincere apologies
  for the experience you had on Flight 941 on May 20, 2010.

  At United, we take pride in being a reliable part of your travel plans. Your
  satisfaction and business mean a great deal to me, I would like to invite you
  to visit the following website to select a token of our appreciation.

  [...]

  Thank you for your time. Your satisfaction is important to us and we look forward
  to serving you better in the near future.

  Sincerely,

Dort gab’s dann wahlweise $250 Gutschein zum Fliegen in USA (braucht aber 2 Wochen zum zustellen und ist nur bis Mai 2011 und nur auf meinen Namen gültig, also nicht so hilfreich), 20% auf einen beliebigen UA-Flug bis May 2011 (da ich aber mit dem, was ich dieses Jahr an Urlaub mache bestimmt nicht Frühjahr 2011 wieder fliege ist das auch blöd) oder 10.000 Bonusmeilen.

Ich dacht’ noch “jo, 10.000 Bonusmeilen, dafür krieg ich dann ein Strandtuch und eine Sonnenbrille oder so”, aber nein, für je 2000 Meilen bekommt man auch 4x$25 Restaurantgutscheine.  Wenn die jetzt schnell genug da sind heisst das, $500 Wert an Essensgutscheinen in Amerika.  Da hab’ ich doch gerne nicht auf mein Gepäck gewartet weil ich eh in der Schlange bei der Passkontrolle festhing ;-) .

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Erstellt am Freitag 21. Mai 2010
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Sir! This line! Sir!

Angekommen bin ich.  20min zu spät, da wir diese Zeit wegen einer nicht schliessenden Cargohold (das wiegt einen direkt in Sicherheit) auch später losflogen.  Rausgeholt haben wir’s nicht, somit sind wr 15h statt 14h41 angekommen (oder 22h Deutsche Zeit).

Flug war toll — meinen Ticketpreis werde ich in Diet Coke getrunken haben, die’s umsonst gab und mit “Leap Year” habe ich eine schöne, unauffällige und vorhersehbare RomCom gesehen (die in Irland spielt während ich über Irland flog).  Das passende Programm zum Flugort war überhaupt dabei:  Als vom iPod gerade geshuffelt der Titanticsoundtrack lief, flog ich über das Packeis vor Grönland (siehe Bild, schöner beschnittene kommen noch).

Wir landeten und noch vor dem Gepäck gab’s einen grossen Raum mit vielen Leuten.  Als ich gerade dabei war, zu verstehen, welche der vielen Schlangen den meine ist (wohl offensichtlich nicht die mit den 400 Leuten die so genervt kucken), hiess mich ein frisch der Vorurteils-Schublade entsprungender Sicherheitsbeamte freundlich im Land willkommen mit dem Titelgebenden, harschen “Sir! This line! Sir!” und kam wild gestikulierend auf mich zu.  Amerika.  Land of the Free.  Der Vorurteil, die Deutschen hätten das Schlangestehen erfunden ist definitiv falsch.  Von “ich verlasse das Flugzeug” zu “What are you doing in America, Martin” bei der Passkontrolle vergingen 2 komplette Stunden Schlangestehen (die sich durchaus regelmäßig vorwärtsbewegte, aber mit einer Masse an Leuten, die alle ihre Finger gescannt, Fotos genommen haben und Fragen gestellt bekommen mussten).  Die Organisation war schon super, für den reinen Aufwand an jedem ging’s widerum sehr schnell und effizient.  Das half Kathi und Thomas, die 100m aber hinter Sichtschutz warteten und nicht wussten, wie der Betrieb da drin war nicht. Riesige Schilder, die die Mobiltelefonnutzung verboten hielten mich auch davon ab es zu probieren — der Herr neben mir in der Schlange hat auch ein “Sir! Turn that off, Sir!  Now, Sir!” abbekommen für den Versuch.

Die Kontrolle selber war an Höflichkeit und Effizienz auch kaum zu überbieten — sehr professionell, trotzdem nett gestellte Fragen und so haben von dem Ansturm an Leuten scheinbar völlig unbeindruckte Beamte  mich auf amerikanischen Boden gelassen.

Nach der Passkontrolle war alles superschnell — sie haben offensichtlich auch einen Link zwischen Customs & Border Protection und der Gepäckausgabe, da meine Koffer überhaupt erst auf das Karussel kamen, als ich durch war und die Horrorvision, das die Koffer jetzt herrenlos 2 Stunden Runden fahren erfüllte sich nicht. Koffer geschnappt, einer desinteressierten Frau am Ausgang meine weisse Customs Declaration in die Hand gedrückt und da standen schon Kathi und Thomas hinter den Schlangen und fuhren mich mit Carsharing-Hybrid nach Hause.

Schultzens Zuhause, das ich die nächsten 2 Wochen mitbenutze fotografiere ich jetzt nicht mit meinem ganzen Krams drin sondern weise lieber auf deren schöne Fotoserie zum Einzug hin wo unter anderem auch der geile Ausblick dokumentiert ist, den ich hier beim Schreiben geniesse (auch wenn’s jetzt neblig ist und man hinter den Hochhäusern den See nicht mehr sieht).

Zum Internet-per-iPhone-”I’m very sorry for that miscommunication with one of our representatives”-AT&T-Debakel dann später mehr.  Jetzt ist’s hier erstmal 8h morgens, ich seit ‘ner Stunde wach und ich dusch wohl mal bevor die Gastgeber aufstehen :-) .

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Erstellt am Freitag 21. Mai 2010
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All my bags are packed

..naja fast auf jeden Fall :-) .  Morgen früh geht’s los, und dann werde ich erst am 11.6. wieder Deutschen Boden betreten.  Wen’s interessiert (und weil’s Twitter eh und je nochmal rundschreibt) hier mein Flugplan (für die “pleaserobme”-Fanatiker:  Ich wohne in einer WG):

20.MAI.2010 FRA ORD LH9150 W 12:45 14:41 OK
04.JUN.2010 ORD BOS UA7692 W 12:00 15:17 OK
10.JUN.2010 BOS FRA LH 423 W 16:50 05:55+1 OK

Erreichbar bin ich während der Zeit nicht über die Handynummer, die diesem Blog seinen Namen gibt sondern über eine amerikanische Handynummer (wenn das denn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle).  Die steht dann irgendwann ab dem 22. oben unter Impressum. Meine deutsche SIM-Karte kommt erst wieder rein, wenn ich wieder hier bin – ich hoffe, ich denke auch dran, meinen AB entsprechend abzuschalten :-) .

So.  Die nächste Nachricht gibt’s aus den Staaten.

Posted from Saarbrücken, Saar, Germany.

Erstellt am Mittwoch 19. Mai 2010
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